
Hauptversammlung 2026 der Value-Holdings International AG: Konstanz im Depot – Dividende wird erhöht
21. Mai 2026Die Finanzmärkte bleiben dynamisch, doch eine bewährte Anlagestrategie bietet Orientierung: Value-Investing. Am 19. Mai 2026 fand in Augsburg die ordentliche Hauptversammlung der Value-Holdings International AG (VHI) statt. Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, wie eine disziplinierte Titelselektion und der Fokus auf fundamentale Stärke auch in volatilen Zeiten verlässliche Erträge liefern können.
Kontinuität und attraktive Ausschüttungen
Für einkommensorientierte Investoren wie Family Offices, Stiftungen und Privatanleger gilt die VHI-Aktie seit jeher als solider Dividendenwert. Auch in diesem Jahr konnten sich die Aktionäre freuen: Auf der Hauptversammlung wurde für das Geschäftsjahr 2025 eine Erhöhung der Dividende auf 0,10 € je Aktie (Vorjahr: 0,09 €) beschlossen.
Damit setzt die Gesellschaft eine beeindruckende Serie fort: Seit 2011 zahlt die VHI ununterbrochen eine regelmäßige Dividende, die seither kein einziges Mal gesenkt wurde. Das entspricht einem historischen Dividendenwachstum von durchschnittlich 5,1 % p. a.

Das Ausschüttungspotenzial ist zudem abgesichert. Dank des hohen Bilanzgewinns verfügt die Gesellschaft über üppige Ausschüttungsreserven, sodass die aktuelle Dividende selbst ohne die Generierung künftiger Jahresüberschüsse rein rechnerisch für weitere fünf Jahre gezahlt werden könnte.
Ein deutlicher Aufwärtstrend beim NAV und Gewinn je Aktie.

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für die VHI operativ erfolgreich, was sich direkt in den Kennzahlen widerspiegelt. So stieg das Ergebnis je Aktie um starke 50 % von 0,12 € auf 0,18 €. Haupttreiber waren gestiegene Veräußerungsgewinne (989 T€ nach 728 T€ im Vorjahr), insbesondere durch erfolgreiche Verkäufe von KION, KSB und Deutz, sowie um 17,7 % höhere Dividendenerträge aus den Portfoliounternehmen. Der Net Asset Value (NAV) je Aktie inklusive Dividende verzeichnete im Jahr 2025 ein hervorragendes Plus von 27,1 % und schloss das Jahr bei 3,62 € bzw. 3,71 € (NAV mit Dividende) ab. Dieser positive Trend setzte sich im ersten Quartal 2026 nahtlos fort: Per 15. Mai 2026 kletterte der NAV weiter auf rund 3,80 € je Aktie. Da der Aktienkurs am selben Stichtag bei 3,24 € notierte, bietet das Papier aktuell eine günstige Investitionsmöglichkeit.
Gerade heute ist die Robustheit der Geschäftsmodelle gefragt.
Ein zentraler Pfeiler des Anlageprozesses der VHI ist die Prüfung der Geschäftsmodelle auf ihre Robustheit. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit definiert das Management „Robustheit” über eine hohe Innenfinanzierungskraft und eine geringe Abhängigkeit von externen Faktoren. Eine der bedeutendsten Kennzahlen hierfür ist das Verhältnis von operativem Gewinn zu gebundenem Kapital, das als EBITA/Working Capital (WC) gemessen wird. Ein hoher Wert signalisiert, dass ein Unternehmen hohe Gewinne bei vergleichsweise niedrigen Vorräten und Forderungen erzielen kann.
Im aktuellen VHI-Portfolio weisen einige Investments eine exzellente Effizienz im Fünfjahresschnitt auf. In der Präsentation von Vorstand König wurden beispielsweise Cewe mit 587,3 %, der Neuzugang Fielmann mit 240,2 %, Innotec mit 79,9 %, der Neuzugang Fuchs mit 61,2 % und Hermle mit 55,8 % genannt.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Beteiligungen der VHI im Durchschnitt über eine enorme Preissetzungsmacht und eine geringe Kapitalbindung verfügen. Das macht sie widerstandsfähig gegen Inflation und konjunkturellen Gegenwind.
Einblick in das Portfolio: Drei Investmentbeispiele
Wie sieht die Titelselektion nach dem Prinzip „Good Business, Good People, Good Price“ konkret aus? Die Präsentation zur Hauptversammlung gab detaillierte Einblicke in drei Portfolio-Werte.
Fielmann (Neukauf): Der Optik- und Hörgeräteakustiker profitiert stark von unumkehrbaren Megatrends wie der demografischen Entwicklung (Alterssichtigkeit) und der zunehmenden Bildschirmarbeit. Das Familienunternehmen zeichnet sich durch eine exzellente Kundenzufriedenheit von über 90 % aus. Während kleinere, selbstständige Optiker zunehmend mit Nachfolgeproblemen, Bürokratie und der Digitalisierung zu kämpfen haben, gewinnt Fielmann kontinuierlich Marktanteile hinzu. Das Unternehmen strebt bis 2030 ein jährliches Umsatzwachstum von ca. 10 % an.
Hermle (Nachkauf): Der hochinnovative Maschinenbauer entwickelt sich zunehmend zu einem globalen Player und verzeichnet im Jahr 2026 erste Wachstumsimpulse, die auf eine hohe Nachfrage in den USA sowie in der Luft- und Raumfahrtindustrie zurückzuführen sind. Der Fokus des Unternehmens liegt auf absoluten High-Tech-Branchen wie der Medizintechnik, der Halbleiterindustrie, dem Werkzeugbau und der Rüstungsindustrie. Angesichts des akuten Fachkräftemangels in den westlichen Industrieländern sorgt der Trend zur Vollautomatisierung für eine langfristige Wachstumsdynamik. Zudem schützt Hermle sein geistiges Eigentum, indem es Entwicklung und Produktion in Deutschland belässt. Mit einer Eigenkapitalquote von 72,5 % und einer Nettoliquidität von rund 20 Euro je Aktie (ca. 13 % des Börsenkurses) ist das Unternehmen finanziell krisenfest aufgestellt.
Orsero (Nachkauf): Als Marktführer im Mittelmeerraum für den Import und Vertrieb von frischem Obst und Gemüse bedient das Unternehmen einen defensiven, täglichen Bedarf. Die Italiener punkten mit einer hochgradig effizienten Logistik und vier eigenen Schiffen, deren freie Rückfahrkapazitäten nach Mittelamerika gewinnbringend an Drittkunden vermarktet werden. Die eigenen Schiffe bieten Planbarkeit bei den Kosten hinsichtlich der volatilen Charterraten in der Schifffahrt und sind somit ein Wettbewerbsvorteil. Orsero überzeugt das VHI-Management zudem durch verlässliche Dividendenzahlungen und eine hohe operative Zuverlässigkeit („liefert, was es verspricht – oder mehr“).
Fazit: Gut aufgestellt für eine mögliche Nebenwerte-Rallye.
Die Hauptversammlung 2026 untermauert das solide Fundament der Value-Holdings International AG. Durch die Struktur der Gesellschaft fließt der Großteil der Erträge direkt in den Substanzwert und die Dividende. Während Standardwerte (Large Caps) in den vergangenen Jahren stark gelaufen sind, weisen europäische und deutsche Nebenwerte (Small & Mid Caps) nach wie vor ein erhebliches Aufholpotenzial auf.

Mit ihrem disziplinierten, langfristigen Ansatz, engen Kontakten zum Management des Mittelstands und einem Fokus auf hochprofitable Nischen-Weltmarktführer ist die VHI hervorragend positioniert, um dieses Aufholpotenzial in den kommenden Jahren für ihre Aktionäre zu nutzen. Einkommensorientierte Anleger finden hier eine verlässliche und transparente Investmentalternative.
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